Sprache als Schlüssel zur Integration

Schulfamilie verabschiedet sich nach über einem Jahr von Basera und Ali

Eichendorf. „Was geschieht, wenn ein Flüchtlingskind, das kein Wort Deutsch spricht, hierzulande in die Schule gehen muss? Die Grund- und Mittelschule hat mittlerweile bereits Erfahrung damit. Eine Szene vom ersten Schultag im Schuljahr 2015/16 verdeutlicht dies: "Leise betritt ein kleines Mädchen um 7.30 Uhr das Sekretariat, blickt fragend um sich und antwortet nicht auf Fragen von Sekretärin und Schulleiter. Wie und warum auch? Das Mädchen konnte kein Wort Deutsch.“

So begann ein Artikel unserer Zeitung im Dezember letzten Jahres. Im Verlauf des Schuljahres wechselten zahlreiche Flüchtlingskinder, die in Eichendorf untergebracht waren, in andere Orte und Städte im Bundesgebiet. Für Basera und Ali ist es nun so weit. Sie ziehen um zu ihrer Mutter und der älteren Schwester, von denen sie auf der Flucht aus Afghanistan getrennt wurden.

„Integration hat sicher sehr viel mit Sprache zu tun“, so Rektor Helmut Lallinger, „allerdings auch mit der Bereitschaft, diese lernen zu wollen“. Sowohl von Basera, als auch von Ali, war er von Anfang an überzeugt, dass dies der Fall sein wird. Nicht umsonst wurden beide Kinder zunächst in die Obhut von Studienrätin Franziska Schultes gegeben. Sie war es – die alles daran setzte -, dass die beiden so schnell wie möglich in die Klassen- und Schulgemeinschaft integriert wurden und auf die Hilfe der Mitschüler zählen konnten.

Was die Sprache betrifft, da tat die Förderlehrerin der Schule, Amanda Weber, das ihrige. Lallinger: „Alle unsere ausländischen Schüler, nicht nur Basera und Ali, haben es dem Engagement und der Ausdauer von Amanda Weber zu verdanken, dass sie sich hier bei uns verständigen können“. Die Integration – vor allem das Gefühl und die Wertigkeit des Angenommenseins – hat an der Joseph von Eichendorff Schule einen sehr hohen Stellenwert, für alle Kinder, die hier unterrichtet werden. 

ali

Konrektor Günther Sicheneder, Ali und Basera, Rektor Helmut lallinger, Jürgen Wolf und Schülersprecher Daniel Köllnberger.